AUS DEM LEHRPLAN
Durch methodisch aufgebaute Übungen werden die Studierenden in das Erleben der Farben eingeführt.
Die Form wird zum Ergebnis des Farbgeschehens, und umgekehrt die Farbe erhält durch die Form neue Impulse.
Um zu lernen, die Form aus der Farbe zu entbinden, ist ein Studium des individuellen Farb-Charakters notwendig.
Denn jede Farbe (z.B. Gelb, Blau und Rot) hat einen ihr entsprechenden dynamischen und einen Form- Charakter.
- Mit so geschulter Empfindung kann der Maler seinen eigenen Gestaltungswillen einbringen, ohne willkürlich zu werden.
Der Ausgangspunkt ist also das Studium und das damit beinhaltende Erleben der Grundfarben;
daran schliessen sich die farbdynamischen Übungen, wie z.B. der „Elementarkreis" ("Farbenwirbel") Rudolf Steiners,
der Goethesche Farbkreis sowie andere Übungen an. Ein weiteres Gebiet sind die FarbklangÜbungen,
in denen die Farbverhältnisse, Klangbeziehungen, Intervalle, Übergänge und Steigerungen geübt und erlebt werden.
Hierbei begegnen wir dem Musikalischen innerhalb der Farbenwelt (Farbklang).
Diese Übungs-bereiche durchziehen das bewusste Suchen der Flächen und Raumverhältnisse sowie des Hell
-Dunkels (Kontraste) aus dem die Form und Komposition sich heraus gestalten will. Die Linie kann erlebt werden als ein Ergebnis des Farben-,
Form und Kompositions-Geschehens.
Rudolf Steiners wesentliche Erweiterung der Goetheschen Farbenlehre liegt in der Unterscheidung von Glanzfarben (Gelb,
Blau und Rot) und Bildfarben (Grün, Inkarnat, Weiss und Schwarz).
Diese Differenzierung des Farbenwesens erschliesst der Malerei völlig neue Wege für die Zukunft.
Die Umwandlung der Glanzfarben in Bildcharakter, der Bildfarben in Glanzhaftes,
weist dem angehenden und erkennenden Künstler einen Weg in die vier Seinsbereiche: des Mineralischen,
Pflanzlichen, Seelischen, und Geistigen.
Die künstlerische Grundschulung hat sich für Mal– und Zeichenlehrer oder Kunsttherapeuten bewährt.
Sie wird aber auch als Grundlage für freischaffende Künstler genutzt.
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